Hansa-Jolle

Flowmo
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Hansa-Jolle

Beitragvon Flowmo » Sa 31. Okt 2015, 20:04

Hallo,

da ich mal wieder dabei bin an etwas neues aus Holz zu denken, ist die Idee gekommen eine Hansa-Jolle zu bauen. Das Ganze soll dann auf Basis der Pläne vom DSV-Verlag geschenen.
Auf jeden Fall soll ein Bausatz mit Hilfe von CNC entstehen. Den Weg dort hin würde ich gerne selber gehen um mich auch mal neuer Techniken zu bedienen.

Bisher ist ein erstes Modell in Delftship nachgezeichnet worden und dann mit FreeCAD mal testweise ein Spantgerüst aufgebaut.
Hansa-Jolle 1.2.jpg

Hansa-Jolle1.2_3.jpg

Hansa-Jolle1.2_3_1.jpg


Wo ich schwierigkeiten habe ist zu entscheiden bis wohin ich in Delftship arbeite und ab wann ich am sinnvollsten auf das CAD-System wechsle. Weil was ich gemacht habe ist einfach den Riss aus Delftship ins CAD-übernommen und daraus das Spantgerüst aufgebaut. Wie arbeiten da die Kenner unter Euch? Erzeugt Ihr die Spanten bereits in Delftship? Hilft da der "Tank" Editor?

Wie würdet Ihr die (gebogenen) Seitenwände von Cockpit- und Kajütaufbau in eine 2D Fräsdatei umwandeln? Die Bezalversion von Delftship kann 2D-Abwicklungen erzeugen und als DXF exportieren. Wie macht Ihr das?

Viele Grüße

Florian

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Lothar » Sa 31. Okt 2015, 22:14

Hallo Florian,

da bist Du weiter als ich... Meine Risse sind alle im 2D durchgestrakt. Ich tue mich mit Freeship und Verwandten schwer. Dein 3D Spantgerüst sieht toll aus! Bei mir wäre es kaum anders.

So wie Du es gemacht hast, empfunde ich Deien Vorgehensweise aber als richtig. Bei mir werden die Spanten halt aus einem 2D Linienriss exportiert und dann zu Bauspanten weitergezeichnet. So falsch kann das nicht sein, denn es funktioniert.

Mich würde vielmehr interessieren, in welchem Maßstab Du die Hansajolle bauen willst. Außerdem, wie Du Dir die Sachem mit dem Ballastkiel und dem Schwert vostellst.
Ich freue mich wie Bolle, dass jemand die Hansajolle aufbereitet, denn ich hatte auch schon damit geliebäugelt und meine Segelkollegin in meinem Wassersportverein damit blästigt... sie segelt so ein Boot.

Es wird ein spannender Winter!

Grüße

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Flowmo » Mo 2. Nov 2015, 21:32

Hallo Lothar,

so sind die Vorgehensweisen vom Prinzip eigentlich identisch. Bei der Arbeit mit FreeCAD habe ich gemerkt dass man recht viel tricksen und Überredungskunst leisten muss. Aber es geht. Aus den ganzen Teilen lassen sich auch .dxf Dateien erzeugen. Von daher gehe ich aus, dass sich der CAD-Aufbau auch auf die Fräse übertragen lässt. Mit der Thematik haber ich mich aber noch nie beschäftigt. Da sind dann so fragen wie die Fräsbahnen festgelegt werden. Können stege einfach so integriert werden, damit das Bauteil nicht einfach so beim fräsen herausfällt? etc... Selber fräsen ist bei mir momentan und in näherer Zukunft eh nicht möglich. Mein Ziel ist es erstmal zu einem fräsbaren Datensatz zu kommen und es dann fräsen lassen. Vielleicht finde ich hier ja sogar Unterstützung und Tips wer das mit solchen Daten machen kann?

Angedacht war ein Maßstab von 1:5. Damit wäre das boot ca. 1,17m lang. Inzwischen tendiere ich aber eher zu 1:4, damit wäre es dann genauso lang wie meine BB17 mit 1,46m, die für mich noch relativ gut zu handaben sind.

Den Ballastkiel würde ich möglichst vorbildgetreu auslegen. D.h. kein Schwert mit extra Bleibombe, sondern Kiel und Schwert getrennt halten. Man muss mal ein bisschen rechnen wie man mit dem Gesamtgewicht hinkommt damit es kein Tieflader gibt. Eine sehr saubere und einfache Lösung fände ich vom Kiel eine Negativform zu erstellen in der dann ein GFK-Teil laminiert wird. Mit Formenbau habe ich in der Vergangenheit schon etwas experimentiert und der Aufwand hält sich bei so einem relativ einfachen Teil in Grenzen.
Das GFK-Teil kann dann wiederum mit Bleikügelchen und Harz aufgefüllt werden oder gleich mit Blei ausgießen? Das macht das Boot dann ganz sicher nicht zum Starkwindsegler. Man könnte den Kiel auch Abnehmbar gestalten um sich die Option offen zu halten mit Schwert und Bleibombe experimentieren zu können... oder...

Viele Grüße,

Florian

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Lothar » Di 3. Nov 2015, 09:24

Hallo Florian,

Deine "exportierten Spanten" hast Du ja im 2D CAD überarbeitet. Diese kann man als DWG in der freeware BOCNC laden und dann Fräsbahnen als plt-Datei erzeugen. Ob man Stege stehen läßt oder nicht, hängt stark von der Holzdicke und -qualität ab. Meine Spanten aus 6,5 mm Birke fräse ich ohne Stege komplett aus. Die Reihenfolge der Fräsbahnen muß natürlich logisch richtig sein, sonst fräst die Maschine mal an einem Teil, welches schon "in der Luft hängt". Das geht ins Auge...

Bei 3 oder 4 mm Pappel arbeite ich immer mit Stegen. Das Zeug nehme ich für Flugzeugrippen. Da verbiegt sich geren das Holz nach dem Fräsen und erzeugt dann mittlere Katastrophen auf der Maschine.... Da habe ich früher regelmäßig Müll produziert.....

Bütte Bütte mach sie 1:5, dann passt sie perfekt zu den anderen hier und besser zu Deiner BB17 :mrgreen:

Das mit dem Kiel sollte man wirklich nochmal überlegen. Vielleicht das Schwert etwas dicker aus Edelstahl in mehreren Schichten machen? Man kann ja Platten aufeinanderkleben, und zum Profil verspachteln, dann hat man das Gewicht schon etwas weiter unten. Das war mal meine Idee dazu. Edelstahl in 2 oder 3 mm kann man heute billig lasern lassen, wenn man die DWG-Dateien liefern kann. Den Original-Bleikiel würde ich mir dann komplett sparen.

Grüße

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Flowmo » So 7. Feb 2016, 22:44

Hallo zusammen,

anbei möchte ich einen kleinen Zwischenbericht geben.
Nachdem ich mit FeeCAD an technische Grenzen gestossen bin habe ich das CAD-System gewechselt und bei turbocad gelandet. Der Werkzeugkasten ist hier einfach umfangreicher was bei den vielen Freiformen deutlich die Arbeit erleichtert. Vom Preis-Leistung wirklich top und für den Zweck mehr als ausreichend. Dazu kein kleines Bild vom Zwischenstand:
Hansa-Jolle 1.3 3d curves fuer spanten mid 1_5__12.jpg


Die Anzahl der Spanten habe ich verdoppelt wodurch ich alles ein bisschen filigraner gestalten konnte. Für die Spanten fehlen noch einige Details. Danach gehts dann weiter mit Kajüte und Innenausbau.

Im Januar habe ich mich hauptsächlich mit dem Bau meiner Shapeoko2 hobby-DIY CNC Fräse beschäftigt. Die läuft auf Anhieb bestens. Eine anständige Spindel fehlt mir noch aber eins nach dem anderen. Für kurzzeitigen Betrieb macht sich mein Baumarkt-Dremel garnicht schlecht.

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Lothar » Mo 8. Feb 2016, 07:55

Klasse!

ich wollte, ich könnte das so schön... :clap:

Meine olle Käsefräse hat eine Spindel von Kress. Bisher einmal die Kohlen gewechselt. Ansonsten keinerlei Probleme.

Grüße

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Flowmo » Sa 19. Mär 2016, 22:04

Hallo zusammen,

die Konstruktion möchte ich bis jetzt einmal so stehen lassen wie sie ist. Daraus ergeben sich dann Spantgerüst + Aufbauten + Deck.
Hansa-Jolle 1.3 3d curves fuer spanten mid 1_5__22.jpg


Der nächste Schritt wird dann das Fräsen des Spantgerüstes sein. Das wird dann in etwa so aussehen:
Hansa-Jolle 1.3 3d curves fuer spanten mid 1_5__22_Aufbau Helling.jpg


Damit habe ich heute auch angefangen. Herausgekommen ist jetzt erst einmal die Helling auf die dann die Spanten aufgesteckt werden können. Die Gesamtlänge der zusammengesetzten Teile haben dann ca. 116,55cm (Soll 116,6cm), da will ich nicht meckern.
Spantgeruest.jpg

Ich bin nun echt gespannt wie dann die Spanten auf die Schablone passen.

bis demnächst,

Florian

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Lothar » Mo 21. Mär 2016, 08:05

Da bin ich auch gespannt,

aber was soll da schief gehen? Bisher macht Deine Arbeit einen sehr proffessionellen Eindruck. Allein was ich nicht verstehe, sind die teilweise unregelmäßigen Spantabstände.

Hoffentlich baust Du das Boot und läßt uns hier daran teilhaben. Ich würde mich freuen.

Grüße

Lothar
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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon Flowmo » Mo 21. Mär 2016, 21:33

das Boot wird definitiv gebaut. Dafür steckt einfach schon zu viel Arbeit drinn um nichts daraus zu machen.
Ich denke auch das wird schon hinhauen, bin aber noch viel am probieren mit der Fräse.

Die Spantabstände ergeben sich aus der Konstruktion. Plangemäß sind diese gleichmäßig auf die Bootslänge verteilt. Ins Modell habe ich nur jeden zweiten Spant übernommen außer an den Kajütwänden/schotten damit dort ein definierter Anschlag vorhanden ist. Dort ist also der Spantabstand halbiert und somit plangemäß. Im Modell haben die Spanten etwa 50mm Abstand und an den entsprechenden Stellen dann 25mm.

Spätestens wenn ich den Spantensatz zusammen habe werde ich wieder berichten.

Grüße,

Florian

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Re: Hansa-Jolle

Beitragvon GER 60 » Di 22. Mär 2016, 16:48

Saubere Arbeit. :clap: :clap: :clap:
Wir sind gespannt über den weiteren Verlauf Deines Berichtes.

Gruß
Peter
GER 60 rMM; Footy; 15er S60 2,4 GHz


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